Stories
Hier findet ihr Kurzgeschichten von Fans für Fans. Ihr hab eigene Stories geschrieben? Dann schickt sie uns an
Urheber: Oliver Wagner
Mainz-Mombach, 2065.
Die Lunatics sind keine Profis. Noch nicht.
Sie sind laut, chaotisch und haben ein ernsthaftes Talent dafür, aus einfachen Problemen bewaffnete Katastrophen zu machen. Zwischen schlechten Plänen, billigen Bars, improvisierten Runs und Ärger, der meistens größer wird als gedacht, versucht die Gang irgendwie den Sprung von Straßengang zu echten Shadowrunnern zu schaffen.
Meistens ohne dabei erschossen zu werden.
Als ein Job im Frankfurter Plex außer Kontrolle gerät, geraten die Lunatics zwischen Konzerne, Gangs und Leute, die deutlich gefährlicher sind als sie selbst. Doch bald wird klar, dass hinter dem Auftrag mehr steckt als ein schiefgelaufener Run. Etwas ist unterwegs. Etwas, das nicht in die Akten passt, nicht in die Straßenlogik und schon gar nicht in irgendeinen Plan der Lunatics.
Zum ersten Mal reicht es nicht mehr, einfach lauter, schneller und brutaler zu sein als die Gegenseite.
Also tun die Lunatics das, was sie am besten können: improvisieren, eskalieren und irgendwie überleben.
Lunatics – Bier, Blei und schlechte Ideen ist ein dreckiger, schwarzhumoriger Shadowrun-Roman über improvisiertes Überleben, Gruppendynamik, schlechte Entscheidungen, Konzerndreck, Straßengewalt und die Frage, wie weit man kommt, wenn man zwar keinen Plan hat — aber genug Munition.
Urheber: Maike Gerstenkorn
Unter dem heißen Wasser der Dusche tastete Amanda nach schmerzenden Stellen zwischen ihren Beinen. Sie war mit einer toten Ratte im Mund, einem Kater im Kopf und ohne Erinnerungen an die vorherige Nacht aufgewacht. Die tote Ratte zumindest hatte sich, nach einem gierig getrunkenen Glas Wasser, zurück in eine Zunge verwandelt. Aber dann hatte sie unter der Spüle eine angeschnittene Zitrone entdeckt. Sie kautte keine Früchte. Zu teuer. Die nebulöse Befürchtung verdichtete sich mit jedem verrückten Möbelstück, zerknautschten Sofakissen und Stück Geschirr, das nicht am Platz war: Jemand war in ihrer Wohnung gewesen. Und so wie sich kannte – sie hatte keine Freundinnen, nicht mehr – musste es wohl Männerbesuch gewesen sein...
Urheber: Christian Meyer
Jakob Müller ließ seine Hände über den Weizen streichen, während er den Kopf hob und den Nieselregen auf seinem Gesicht genoss. Er atmete tief ein und erfreute sich an dem erdigen Geruch von feuchtem Ackerboden. Die Augen wieder geöffnet, ließ er seinen Blick in die Ferne, über die unendliche Fläche des Weizens, gleiten.
"Überprüfung einer Fehlermeldung an Eingangstür C-15 erforderlich. Auftrag bestätigen: ja – nein?"
Das Pop-up riss ihn aus der Entspannung.
"Techniker Müller, ID 1765 bestätigt." Seufzend verließ er die VR-Darstellung des Hosts und ging seinen Werkzeugkasten holen.
So eine Agraranlage betreibt sich eben auch in Westphalen nicht allein durch Gottes Gnade.